News|Energie aus Mondstaub – HZB Forschung mit Podcast-Einblick in die Solartechnik der Zukunft

Energie aus Mondstaub – HZB Forschung mit Podcast-Einblick in die Solartechnik der Zukunft

Berlin/Germany11. August 2025

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Mondstaub

Ein visionäres Forschungsprojekt könnte die Energieversorgung auf dem Mond revolutionieren.
Der Potsdamer Materialwissenschaftler Dr. Felix Lang hat an einer Beamline des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) entscheidende Untersuchungen durchgeführt. Das HZB ist Partner im Hi-Acts-Konsortium und bietet mit seinen hochmodernen Photonenquellen ideale Bedingungen, um Materialeigenschaften präzise zu analysieren.

Mondstaub als Rohstoff

Die Idee: Aus dem feinen, glasreichen Mondstaub – dem sogenannten Regolith – lässt sich vor Ort das Schutzglas für Solarzellen herstellen. Damit müssten künftige Mondmissionen nur noch die aktiven Schichten von der Erde mitbringen. Das reduziert nicht nur das Startgewicht dramatisch, sondern macht auch eine langfristige, autarke Energieversorgung realistisch.

An der HZB-Beamline wurden Proben von künstlich hergestelltem Mondstaub untersucht, um Struktur, chemische Zusammensetzung und optische Eigenschaften genau zu charakterisieren. Diese Daten waren entscheidend für die Entwicklung des Herstellungsprozesses, bei dem das Regolith bei rund 1.500 °C geschmolzen und zu transparenten Glasschichten geformt wird.

Vom Labor zum Mond

In Kombination mit einer dünnen Perowskit-Photovoltaikschicht und leitfähigen Elektroden entsteht so eine Solarzelle, die vollständig für den Einsatz unter den extremen Bedingungen auf dem Mond optimiert ist.
Aktuelle Labormuster erreichen bereits Wirkungsgrade von 8–10 % – und das Forschungsteam ist zuversichtlich, durch Materialoptimierung bis zu 23 % zu erzielen.

Warum das HZB entscheidend war

Die präzisen Messungen an der Synchrotronstrahlungsquelle des HZB lieferten einzigartige Einblicke in die Mikrostruktur des Mondglas-Materials. „Ohne die hochauflösenden Analysen an der Beamline hätten wir die Prozesse im Material nicht so detailliert verstanden – und damit die Effizienzsteigerung kaum realisieren können“, betont Felix Lang.

Das HZB brachte dabei nicht nur die technische Infrastruktur ein, sondern auch seine Expertise in Materialanalyse und Photovoltaikforschung – ein Paradebeispiel für die interdisziplinäre Stärke des Hi-Acts-Netzwerks.

Perspektive für die Raumfahrt

Langfristig könnten Mondstaub-Solarfelder nicht nur Forschungsstationen, sondern auch Treibstoffproduktion oder Kommunikationssysteme versorgen.
Eine Testmission unter realen Mondbedingungen ist der nächste große Schritt – mit dem Ziel, diese Technologie zu einem Schlüsselelement künftiger Raumfahrtprojekte zu machen.

Tipp: Mehr über die Hintergründe und die Arbeit von Dr. Lang erfahren Sie im Podcast in der ARD Audiothek: Jetzt anhören